Kein Tag wie jeder anderer – 12. Mai 2017 Tag der Pflege

Der 12. Mai, der Internationale Tag der Pflege ist allen gewidmet, die nur zu oft unbemerkt, unbedankt, unentgeltlich tun, was wichtig ist: pflegen und betreuen. Als Angehörige, Zugehörige, egal wie jung oder alt sie sind oder weil sie sich entschlossen haben, einen Pflege- oder Betreuungsberuf zu ergreifen. Die meisten von ihnen kennen wir nicht und meistens schieben wir den Gedanken an Krankheit oder Pflegebedürftigkeit weit von uns – bis zu dem Tag, an dem wir sie brauchen. Pflege geht uns alle an und nur an einem einzigen Tag im Jahr wird an sie gedacht. Obwohl sie 365 Tage im Jahr wichtig ist. Danke an alle Menschen, die pflegen und betreuen. Heute und an jedem Tag des Jahres.

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Wenn die 24-Stunden-Betreuung geht, was dann?

Wenn die 24-Stunden-BetreuerInnen das Land verlassen

Wer Betreuung und Pflege braucht, steht vor vielen Herausforderungen. Pflegende Angehörige und Zugehörige wissen nur zu oft nicht, wie sie mit den tagtäglichen Belastungen zurecht kommen sollen. Die 24 Stunden-Betreuung ist für viele der einzige Ausweg.

In der letzten Zeit geraten aber die 24-Stunden-BetreuerInnen immer mehr ins Kreuzfeuer: Nicht wegen eventuell fehlender Qualifikationen. Ihnen soll durch diverse Maßnahmen ihr geringfügiges Einkommen noch mehr beschnitten werden. Am Ende des Tages kann durchaus geschehen, dass die Betreuungskräfte daheim bleiben und die Betroffenen hier in Österreich auf der Strecke bleiben. Umso wichtiger ist es, auf diese Situation laut aufmerksam zu machen und das Schlimmste zu verhindern.

http://derstandard.at/2000052905637/Kuerzung-der-Familienbeihilfe-Krise-in-der-Pflege-droht

Ein modernes Erwachsenenschutzgesetz ist auf dem Weg

In einem beispielgebenden Vorbereitungsprozess wurde das alte Sachwaltergesetz nun reformiert und durch ein Erwachsenenschutzgesetz ersetzt. Diese Reform ist in einem Zeitalter, in dem Menschen mit einer Behinderung oder alte Menschen in bestimmten Bereichen sinnvolle und ihre Privatsphäre schützende Unterstützung brauchen, von besonderer Bedeutung.

Diese Reform ermöglicht eine differenzierte und den individuellen Bedürfnissen angepaßte Hilfe in speziellen Lebenslagen. Im Mittelpunkt steht die weitgehende Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung der Betroffenen. Zugleich bedeutet sie aber auch für pflegende Angehörige eine Hilfe, da sie gemeinsam mit den Betroffenen selbständig Entscheidungen treffen können und nur dort Eingriffe in die Eigenständigkeit erfolgen, wo sie tatächlich einer speziellen Schutzmaßnahme dienen.

Der sorgfältig geführte Entwicklungsprozess, der bis zu der Gesetzesvorlage geführt und Betroffene einbezogen hat, ist ein Beispiel dafür, wie Beteiligungsverfahren erfolgreich durchgeführt werden können.

Her mit der Pension für Junge

Wer einen veritablen Generationenkonflikt provozieren will, läßt die Jungen nicht mitverhandeln. Die endlosen Diskussionen um die Pensionsreformen der letzten Jahre gipfeln in der Tatsache, daß das Pensionssystem mit Ungerechtigkeiten gespickt ist. Die Klüfte und Abgründe zwischen den Pensionssystemen sind unübersehbar.

Die heutigen Pensionsbezüge zeigen deutlich, daß Frauen extrem armutsgefährdet sind, wenn sie es bis in die Pension schaffen. Wer ohne besser gestellten männlichen Lebenspartnern alt wird, kann sich an allen Fingern abzählen, daß sich mit durchschnittlich 886 Euro Pension außer bescheidenstem Alltag nichts ausgeht.

Wer heute jung ist, zahlt in ein altes Pensionssystem ein, das zwar gerechterweise immer noch ein Umlagesystem ist. Was aber eines Tages selbst für eine gesicherte Existenz im eigenen Alter bleibt, steht in den Sternen. Ein Sparbuch, das wie andere Sparbücher auch, ein Faß ohne Boden ist. Der neoliberale Ansatz, durch private Pensionsvorsorge vorzusorgen, ist hinlänglich bewiesen durch den undurchschaubaren Kapitalmarkt ein reines Lotto-Spiel, bei dem bekanntlich nur ganz wenige gewinnen.

Was den SeniorInnenorganisationen und ihren VertreterInnen in den letzten Jahrzehnten geglückt ist, ist ihre Verantwortung für die Jungen auszuklammern. Sie dürfen einzahlen, aber nicht mitreden. Sie müssen damit leben, was wir Alten ausmachen und die Suppe auslöffeln, die ihnen eingebrockt wird.

Da der Pensionsgipfel zum kleinen Spaziergang zu verkommen droht, gehört die Türe rasch aufgemacht, um die Jungen hereinzubitten. Sie haben ein Recht darauf, für ihre Zukunft zu verhandeln. Wir hatten sie bereits und wie sie aussieht, zeigen die Zahlen deutlich genug. Wer von Altersarmut verschont bleiben will, muß heute bereits – gemeinsam mit uns Alten – auf die Barrikaden steigen.

Der Gipfel der Pensionen?

Was jetzt zum Gipfel reicht, um die Pensionsleistungen im Weltuntergangsszenario zu beschreiben, hat vor Jahren nicht interessiert. Die Grünen SeniorInnen haben bereits 2007 eine Kampagne „…sie stehlen unsere Träume“ geführt, um aufzuzeigen, wo der „berühmte Hund“ begraben liegt.

Sie haben sich massiv und eindeutig gegen die zweite und dritte Säule des Pensionssystems ausgesprochen. Sie haben auf den Vertrauensgrundsatz gepocht, um die staatlichen Pensionen vor dem Raubbau zu schützen. Weder Betriebspensionen noch private Pensionskassen haben ihre Versprechungen gehalten, ganz im Gegenteil. Sie sind zur Falle geworden wie ein Sparbuch, das nicht nur keine Zinsen abwirft sondern am Ende des Tages ausgeraubt liegen bleibt.

Daß Pensionen Leistungen sind, die von Versicherten (ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen) selbst einbezahlt werden und nur mit einem Drittel aus Steuerleistungen finanziert werden, wurde und wird schlichtweg nicht wahrgenommen.

Ein Arbeitsmarkt, der Erwerbstätigen prekäre Arbeitsverhältnisse verschafft oder sie arbeitlos sein läßt, eine Wirtschaftspolitik, die sich brüstet, eine hohe Beschäftigungsquote zu haben, die am Ende des Tages keine Existenzsicherung bietet, ist das Grab der Pensionsleistungen. Höchst- und Luxuspensionen höher besteuern wäre kein Fehler, so hoch, daß ihnen die Lust daran vergeht, sie zu kassieren. Denn eine Abschaffung wird noch lange auf sich warten lassen.

Freda Meissner-Blau hat uns verlassen

Freda – wir trauern 
Freda ist 1986-1998 Vorsitzende des Grünen Klubs im Nationalrat gewesen. Sie war Mitbegründerin der Grünen, grüne Präsidentschaftskandidatin, Journalistin, Buchautorin, Übersetzerin und Erwachsenenbildnerin. 
Die lange Liste aufzuzählen, was alles Freda in ihrem Leben getan hat, zeigt nur zum Teil, worum und wofür Freda gekämpft hat. Sie hat etwas geschafft, das wenige schaffen: kritisch zu bleiben und sich nicht von Weg abbringen zu lassen, der ihr wichtig war. In der breiten Öffentlichkeit hat sie selbst bei ihren KritikerInnen stets Respekt gezollt erhalten. 

Ihr Buch „Die Frage bleibt“ 88 Lern- und Wanderjahre legen Zeugnis ab, weshalb das Zitat von Jean Jaures in ihrem Buch stimmt: „Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme“.
Danke Freda, Du fehlst mir. Deine Widmung in Deinem Buch für mich ist mir Auftrag.
Birgit Meinhard-Schiebel im Name der Grünen SeniorInnen Wien 

Dement – na und? „Still Alice“ ist nicht nur einfach ein Kinofilm 

Die Demenzstratgie 2015 – erarbeitet durch ExpertInnen unterschiedlicher Bereiche, ergänzt durch eine offene Konsultationsphase, ist von Gesundheits- und Sozialministerium präsentiert. 

Wie die Ergebnisse der 6 Arbeitsgruppen, die 7 Wirkungsziele und 21 Handlungsempfehlungen nun Schritt für Schritt in Maßnahmen, Aktionen und Prozesse zur Unterstützung von Demenz betroffener Menschen und ihrer An- und Zugehörigen umgesetzt werden, ist die Herausforderung für das Gesundheits- und Pflegewesen. 
Betroffene Menschen sind mit ihrer Erfahrung Teil dieser Umsetzung. Die bis jetzt unheilbare Erkrankung, die nicht nur alte Menschen betrifft, stellt auch die Gesundheitspolitik in Wien vor große Herausforderungen. 

Im rot-grünen Regierungsabkommen  II ist auch der Demenzplan für Wien enthalten. Um Menschen mit einer dementiellen Erkrankung nicht an den Rand der Gesellschaft zu schieben, bedarf es sowohl breiter Öffentlichkeitsarbeit über die Auswirkungen der Erkrankung wie auch guter Netze von unterschiedlichsten Unterstützungsmaßnahmen.