Teures Leben und wenig Pension


Verhandlungen um Pensionserhöhungen sind selten von Jubelschreien begleitet.Von den einen nicht, weil sie sie zu hoch finden, von den anderen nicht, weil sie zu niedrig sind.

Sie werden häufig genug in diversen Kommentaren als Belastung des Staatshaushaltes hingestellt.

Schwindende Kaufkraft der PensionistInnen aber schädigt die Wirtschaft, schlechtere Lebensqualität beeinträchtigt Gesundheit und soziale Teilhabe und die Gefahr der Armut im Alter steigt, wenn Pensionen nicht ausreichen, um die Existenz zu sichern.

Wer mehr wissen will:

Pensionserhöhungen sind keine Good-will-Gaben

Pensionserhöhungen werden deshalb vorgenommen, um die Kaufkraft der PensionistInnen zu gewährleisten. Besser noch, ihre Lebensqualität nicht Jahr für Jahr zu verschlechtern.

PensionistInnen gehören – mit Ausnahmen – durch die Bank zu den „WenigverdienerInnen“. Nicht, weil sie ihre Pensionen nicht verdient hätten. Sie haben jahrzehntelang dafür einbezahlt. Sie gehören deshalb nur zu oft zu den WenigverdienerInnen, weil viele Menschen in ihrem gesamten Arbeitsleben nicht zu der Einkommensschicht gehört haben, die aufgrund ihrer Beiträge eine Höchstpension erhalten.

Pensionserhöhungen sind simpel ein Ausgleich für die Inflationsrate eines Jahres und nicht mehr als das. Dass mittlerweile die Preise davon gallopieren, kümmert die Inflationsabgeltung wenig.

Leben ist teuer, im wahrsten Wortsinn

Gesundheitsförderung ist teuer. Sie kostet Geld, und zwar das eigene, wenn sie ernsthaft und kontinuierlich betrieben wird. Von einer Durchschnittspension ist für Gesundheitsförderung nicht viel drinnen.

Wohnungsmieten und Energie sind teuer. Wer davon träumt, um 300 oder 400 Euro im Monat für beides davonzukommen, muss oft auf den Schlaf warten, am Tag kommt die Mietvorschreibung und die schaut anders aus.

Soziale Teilhabe ist teuer. SeniorInnenermäßigungen sind gut, aber für viele immer noch zu wenig. Sich einen Sozialpass zu besorgen, ist für viele Menschen eine soziale Schande, also lassen sie es. Und bleiben daheim. Fernsehen ist immer noch billiger, wenigstens das.

Die Klischees von der Omi und dem Opa, die bescheiden vor sich hin leben und mit dem Wenigen glücklich und zufrieden sind, sind Schnee von gestern.

Pensionserhöhungen müssen der heutigen Lebenssituation älterer Menschen angepasst sein. PensionstInnen kaufen kein 3. TV-Gerät und keinen billigen Laptop im Diskont, sie sind froh, wenn das eine TV-Gerät funktioniert und der Laptop vom Enkerl, der den Schrott entsorgt, bei ihnen landet. Die meisten. Es soll Ausnahmen geben…

Die Forderung aller Pensionistenverbände, die sich immer noch Pensionistenverbände nennen statt PensionistInnenverbände, lautet zurecht:

Inflationsanpassung für PensionistInnen muss sich nach dem Index für PensionistInnenhaushalte richten, sprich nach dem „Einkaufskorb“ dieser Zielgruppe und der sieht anders aus. Das weiß sogar die „Statistik Austria“:

Preisindex für Pensionistenhaushalte im Jahr 2008; Ergebnisse des PIPH im Vergleich mit dem VPI (Verbraucherpreisindex)

Die STATISTIK AUSTRIA ermittelt monatlich einen Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2005), welcher als Spezialindex die Preisentwicklung für einen durchschnittlichen österreichischen Pensionistenhaushalt misst. Der Berechnung und Aggregierung wird ein typisches Verbrauchsmuster von Pensionistenhaushalten zugrunde gelegt, weil diese ein im Vergleich zu durchschnittlichen Haushalten unterschiedliches Konsumverhalten aufweisen. Aus der abweichenden Gewichtungsstruktur ergeben sich auch divergierende Ergebnisse für PIPH und Verbraucherpreisindex (VPI). Die Inflationsrate des PIPH im Jahr 2008 lag durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte höher als jene des VPI. Der vorliegende Artikel enthält eine Analyse der Preisentwicklung des PIPH nach COICOP-Hauptgruppen sowie eine Interpretation der Abweichungen zum VPI.

Aus: http://www.statistik.at

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