50+, ohne Job, länger arbeiten?

Im gelobten Land der niedrigsten Arbeitslosenzahl ist die Zahl der arbeitslosen Menschen, die 50 Jahre und älter sind seit Februar 2011 um 10,3 Prozent gestiegen.

Dieser Anstieg im Vergleich zu den 15-24-jährigen mit 5,8 % ist markant. Von der unentwegt propagierten, posaunten Forderung, das Pensionsalter (europaweit) hinaufzusetzen, bleibt der Hohn dazu nicht verborgen. Immer mehr älterwerdende ArbeitnehmerInnen werden sanft oder unsanft abgeschafft. Und schwimmen danach bis zum irgendwann und in weite Ferne gerückten Antritt der Pension in den Untiefen unseres Sozialsystems herum. Zwischen Arbeitsmarktschulungen, die qualifizierte und erfahrene ArbeitnehmerInnen in kuriose Schulungsmaßnahmen drängen wie Bewerbungstraining, Jobcoaching und Krankenstände. Alle wissen es mittlerweile hinlänglich, dass es ist, wie es ist. 

Wer einer Pensionsreform das Wort redet, die dieses heiße Eisen angreift anstatt es mit geschlossenen Augen von sich zu werfen, der hat das Recht darauf, über eine Verlängerung des Verbleibs im Arbeitsleben nachzudenken. Jede Forderung nach Freiwilligentätigkeit der Älteren darf erst dann ernsthaft gestellt werden, wenn klargestellt ist, dass sie auf keinen Fall einen Arbeitsplatz ersetzt, den ein älterer Mensch in einem Arbeitsverhältnis besetzen kann. 

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One response to this post.

  1. Posted by Almi66 on März 2, 2012 at 10:53

    SOZIALE PENSIONSREFORM:

    Solange die Jugendarbeitslosigkeit in Oesterreich beschaemend hoch ist, es also insgesamt zu wenige Arbeitsplaetze fuer Alle gibt, halte ich diverse Diskussionsbeitraege fuer zynisch. Jede zweite Frau geht aus der Arbeitslosigkeit in Pension, bei den Maennern sieht es unwesentlich besser aus.

    Wenn man weiss, dass jeder zweite unselbstaendig Beschaeftigte zu wenig verdient, um Einkommenssteuer zu zahlen, so weiss man auch, dass eine Verlaengerung der Arbeitszeit zu einer weiteren Reduktion der Kleinstpensionen fuehrt.
    Auch so kann man das Budget sanieren, sozial ist das aber nicht. Es gibt sie, die Luxuspensionisten mit Spitzenpensionen, die Mehrheit stellen sie aber mit Sicherheit nicht dar.

    Wenn wir also das Pensionssystem sozial veraendern wollen, so sorgen wir dafuer, dass jeder Pensionist mit 62 Jahren eine Basispension erhaelt, von der man auch leben kann. Wer lange arbeitet und viel verdient bekommt einen Bonus von maximal 20 Prozent, umgekehrt gibt es auch Abschlaege in dieser Hoehe.

    Nur so kann man verhindern, dass manche ihre Zeit am Kreuzfahrtschiff verbringen, waehrend andere die Miete nicht bezahlen koennen!

    Antwort

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