Archive for the ‘Widerstand’ Category

Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen

dass Ihre Pension nicht um den vollen Inflationsausgleich angehoben wird.

Jede Anpassung der Pensionen unter der – aktuellen – Inflationsrate ist ein realer Verlust der Pensionsleistung.

Die Pension ist dazu da, existenzielle Absicherung im Nicht-Erwerbsalter zu gewährleisten und die Anhebung um die Inflationsrate soll Teuerungsraten ausgleichen.

(Pensionen sind kein Geschenk, sondern bestehen zu 2/3 aus einbezahlten Beiträgen.)

Nein, der Durchschnitt der PensionistInnen schwimmt nicht im Geld.

Ja, die Preise für Lebensmittel und Wohnen steigen. Ja, Rezeptgebühren steigen. Ja, viele schrammen mit ihrer Pension gerade an der „Mindestpension“ vorbei und kommen damit um Gebührenbefreiungen etc.

Ja, ÖVP und SPÖ- SeniorInnenorganisationen sind am Verhandlungstisch der Pensionsreformkommission gesessen und wissen längst davon, was sie mitbeschlossen haben. Und jetzt zum Sozialminister gehen um zu protestieren und zu verhandeln?

Einzig positiv ist, dass wenigstens „MindestpensionsbezieherInnen“ die Ausgleichsrate bekommen. Wenigstens das.

Schon vergessen, dass die ach so wichtige Kaufkraft (und Lebensqualität) mit Einkommen zusammenhäng? Egal ob jung oder alt!

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Altsein genügt nicht

Altsein genügt nicht

Das bisherige Verständnis zugehender und unterstützender Sozialarbeit in der sogenannten Altenarbeit ist teuer – ist es das?.

Grund genug, mit dem roten Rechenstift einfach den grossen Strich zu ziehen. Ein „Kaffeekränzchen alter Menschen“ im 15. Bezirk wird der Sparwut des FSW entsprechend ersatzlos gestrichen. Der zynische Hinweis, sie könnten sich ja im Amerlinghaus (das von der Schliessung bedroht ist) ansiedeln, ist ein Zeichen dafür, dass soziale Altenpolitik keiner klaren Überlegung würdig ist. Alte aus der sozialen Teilhabe auszuschliessen ist billiger aber dafür umso kurzsichtiger…

Radikal grün – radikal dagegen

Radikal grün – radikal dagegen sind die Grünen SeniorInnen gegen ALTERSDISKRIMINIERUNG. Auch nach 25 Jahren ihres Bestehens.

Die Headline im Standard vom 23. 11. 2011 „Die Brücke zur Oma der Grünen“ ist lebendiges Beispiel für den mehr als bedenklichen Umgang mit Diskriminierung des Alters. Niemand würde wagen, den hier zitierten Otto König als „Opa König“ zu bezeichnen. Locker aber wird Klara Köttner-Benigni als OMA tituliert. Wir sind radikal grün – radikal dagegen! Dabei bleibt es.

Weil es nicht reicht…

Die Pensionserhöhung ab 2012 ist mit 2,7 % beschlossen. Gegen die Stimmen des Vertreters des Österreichischen SeniorInnenrates, der Grünen SeniorInnen und zwei weiteren Stimmen.

Weshalb es nicht genug ist? Weil die Inflation ganz besonders die BezieherInnen kleiner Einkommen – damit auch kleinster Pensionen – betrifft. Weil die Erhöhung nach wie vor an den allgemeinen Verbraucherpreisindex gekoppelt ist anstatt eines Verbraucherpreisindex, der sich an der Realität eines PensionistInnenhaushaltes misst. Weil der sogenannte Warenkorb sich an der Durschnittsbevölkerung
orientiert, die teilweise andere
Prioritäten hat (neue günstiger werdende Technologien, Autos etc.).

Und weil der Kampf für Pensionserhöhungen ein Kampf gegen drohende und teure Altersarmut ist. Wenn wir nicht jetzt kämfpen, bleibt den kommenden Pensionsgenerationen noch weniger!

EQUAL PAY DAY – weil Frauen im Alter nicht verarmen dürfen!

Heute sind viele alte Frauen von Altersarmut betroffen – viele beziehen weniger als 850 € Pension pro Monat. Ihre Lebenskarrieren servieren ihnen so die Rechnung für jahrzehntelange private und berufliche Arbeit.

Der EQUAL PAY DAY, gewidmet den heute im Arbeitsleben stehenden Frauen ist ein Aufschrei gegen ungerechte Verteilung! Wir älteren Frauen stehen dafür ein, dass es den folgenden Generationen nicht nur besser geht, sondern dass für gleiche Arbeit gleicher Lohn bezahlt wird! Frauen sind keine „gütigen Engel, die aus Nächstenliebe diese Gesellschaft unterstützen“. Sie müssen davor bewahrt werden, im Alter arm zu werden!

Special zum EU-Tag der älteren Menschen 1. 10. 2011

„Aber das wirklich Peinliche ist, dass wir nicht beantworten können, um was die Pension wirklich weniger wird“, so Hundstorfer. Peinlich? Unsagbar peinlich!
Am Tag der älteren Menschen darf diese Aussage wiederholt werden (siehe unten)

Peinlichkeit Nr.2: die Sonderzahlungen für Pensionistinnen werden diesmal einen Monat später ausbezahlt! Weil die Neuzugänge nicht so rasch berechnet werden können… hat der Rechner der PVAnstalten Gedächtnisschwund und kann bestehende Pensionen nicht von Neuzugängen unterscheiden? Übrigens, von den Pensionen leben Kinder und Enkelkinder mit, eine ganze Wirtschaft profitiert davon. Aber es ist leichter, Sündenböcke zu suchen als flott zu rechnen!

Zum Nachlesen, was peinlich ist…

„Aber das wirklich Peinliche ist, dass wir nicht beantworten können, um was die Pension wirklich weniger wird“, so Hundstorfer.

Den Vorwurf der mangelnden Offenheit weist Hundstorfer zurück. Fakt sei: Je länger der Durchrechnungszeitraum (im Zuge der Pensionsreformen 2003/2004, Anm.) wird, umso weniger werde die Pension. „Aber das wirklich Peinliche ist, dass wir nicht beantworten können, um was die Pension wirklich weniger wird“, so Hundstorfer.

Angehörigenpflege kann jeden treffen!

Vor einiger Zeit wurde der Regress für Kinder von PflegeheimpatientInnen in Österreich abgeschafft. Jetzt ist er wieder da! Treffen kann er jeden jedezeit, der Eltern hat.

In der Steiermark wurde er bereits beschlossen, das Burgenland „denkt darüber nach“. Die Begründung lautet, dass nach der Aufhebung des Regresses die Zahl der Aufnahmen in die Pflegeheime explodiert ist und damit auch die Kosten.

Dass 80 Prozent der Pflege nach wie vor privat und daheim geleistet wird, sprich der grösste Teil unter oft schwierigsten Umständen stattfindet, wird völlig ausser Acht gelassen.

Pflegende Angehörige entschliessen sich fast immer erst in allerletzter Konsequenz zu einer Pflegeheimaufnahme. Jetzt werden sie wieder vor vollendeten Tatsachen gestellt, entweder für sie oft schwerwiegende finanzielle Belastungen durch den Regress zu tragen oder ohne kompetente und umfassende Unterstützung oft über unabsehbare Zeit daheim weiter zu pflegen.

Eine Regierung, die lediglich mit dem Argument der Schuldensenkung agiert, aber die psychische, physische und exzistentielle Belastung pflegender Angehöriger dabei ignoriert, handelt verantwortungslos.