Archive for the ‘Widerworte, Kommentare’ Category

Der Teufel steckt im Detail

Das Pensionsalter der Frauen anzuheben, um zu verhindern, dass ihnen dadurch „die besten Jahre“ zur Pensionsberechnung fehlen, ist eine gewagte Aussage von Seiten der ÖVP.
Die überwiegende Zahl von Frauen verdient zu keinem Zeitpunkt ihrer Erwerbstätigkeit gleich viel wie Männer. Die „besten Jahre“ sind zu mager, um tatsächlich eine Pensionsleistung zu sichern, die den Namen Lebensqualität im Alter verdient. Zuerst müssen Einkommensungerechtigkeiten beseitigt werden, dann erst ist eine Diskussion über das Antrittsalter gerechtfertigt. Der Vergleich der derzeitigen Pensionshöhe bei Männern und Frauen spricht Bände!

EQUAL PAY DAY – weil Frauen im Alter nicht verarmen dürfen!

Heute sind viele alte Frauen von Altersarmut betroffen – viele beziehen weniger als 850 € Pension pro Monat. Ihre Lebenskarrieren servieren ihnen so die Rechnung für jahrzehntelange private und berufliche Arbeit.

Der EQUAL PAY DAY, gewidmet den heute im Arbeitsleben stehenden Frauen ist ein Aufschrei gegen ungerechte Verteilung! Wir älteren Frauen stehen dafür ein, dass es den folgenden Generationen nicht nur besser geht, sondern dass für gleiche Arbeit gleicher Lohn bezahlt wird! Frauen sind keine „gütigen Engel, die aus Nächstenliebe diese Gesellschaft unterstützen“. Sie müssen davor bewahrt werden, im Alter arm zu werden!

Wir lassen uns nicht berauben!

Heisser Speakerscorner im eiskalten Dezember…

Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger steht gemeinsam mit anderen VertreterInnen der Zivilgesellschaft vor dem Parlament und protestiert trotz Eis und Schnee gegen die Budgetkürzungen im Bereich Pflege, Betreuung und behinderter Menschen: Birgit Meinhard-Schiebel als Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger im Speakerscorner vor dem Parlament am 14. 12. 2010

Das ferne Paradies…

Alle wollen sie haben – keiner will dafür zahlen
 
Schlagzeilen wie „Mehrkosten für Pensionen fressen Steuerzuwächse auf“ machen Altenpolitik.
 
Sündenböcke sind die Alten, die das Budgetdefizit verursachen. So einfach ist zu erklären, dass schlechtes Wirtschaften eben seinen Preis hat.
 
Ungesagt und unhinterfragt bleibt dabei, wieso Reichtum immer noch unangetastet angehäuft werden kann, dass 10 Prozent in Österreich in aller Ruhe reicher sein können als der insgesamte Rest der 90 Prozent.
 
Am „Reichtum zu rütteln“ könnte die Macht der Reichen erschüttern? Wo ist die Lobby der Armutsgefährdeten, deren Zahl immer größer wird?
 
Und: alle Menschen wünschen sich nach dem Arbeitsleben, das oft genug schlecht bezahlt und von vielen existenziellen Fallen durchwachsen ist, ein wenig soziale Sicherheit. Soziale Sicherheit für die 3. Lebenshälfte.
 
Niemand spricht von den unzähligen Transferleistungen der Alten. Unterstützung der nachfolgenden Generationen mit kostenlosen Dienstleistungen jeder Art, die vielen Sparguthaben für sie, damit sie es „besser“ haben, die materiellen Zuwendungen, die Freiwilligenarbeit, dem kostenlosen Pflegedienst und und und.
 
Niemand spricht von den in Konkursmassen verschwundenen Firmenpensionen, der Menschen als kleines Zubrot in der Pension vertraut haben und die sang- und klanglos von der Krise aufgefressen wurden…
 
Niemand stellt die Rechnung an, was gerade die Alten an Kosten einsparen, unbemerkt und ungesagt.
 
Wer heute Pensionen, die im Durchschnitt gerade zum Überleben reichen, als Grundübel anprangert, könnte morgen schon ungesichert und armutsgefährdet hinüberwachsen ins Alter.
 
So lange Medien sich politisch benützen lassen und mit Schlagzeilen um sich werfen, die hängen bleiben ohne hinterfragt zu werden, so lange können sie ungestraft Un- und Halbwahrheiten verbreiten. Kritisch wird es erst, wenn die Betreffenden selbst um ihre Pensionen „raufen“ müssen.
 
 
Birgit Meinhard-Schiebel
Vorsitzende der Gplus Wien (Initiative Grüner SeniorInnen Wien)
stv. Obfrau Gplus Österreich
Vice-Chairwoman European Network Green Seniors (ENGS)
http://seniorinnen.gruene.at
http://www.greenseniors.eu
weblog:birgitmeinhard.wordpress.com
tel:+43 664 831 74 08

K.O. für die Alten?

Die österreichische Medienlandschaft hat endlich wieder „ein gefundenes Fressen“ –

Generationenkrieg ist angesagt oder ist es doch nur ein verspäteter Aprilscherz???

Weil Mensch scheints stets ein Feindbild braucht, sind diesmal nicht die Leute von der „Pankahytten“ dran oder die „Sozialschmarotzer „, sondern die Alten. Keine Sorge, es geht nicht um Würde oder Ehrfurcht – wovor denn auch ? – es geht simpel und einfach um ganz normale staatsbürgerliche Rechte. Wo kommen wir denn da hin, wenn jede/r wählen kann, so lange sie/er will? Wer weiß, was sie da böses wählen, die Alten?

Morgen ist Wahltag und die Alten müssen daheim bleiben

Wahlzellen leben davon, dass Menschen dort stehen und ihr Kreuzerl machen. Wenn in Bälde möglicherweise die Generation „Pension“ nicht mehr kommen darf, wird sowohl der Wahlkampf billiger, die Auszählung rascher und die Meinungsforscher müssen sich weniger anstrengen, herauszufinden, wer wann was wählen könnte – weil ca. 25 Prozent der Gesamtbevölkerung gar nicht mehr vorkommen.

Dass übrigens den vielzitierten Generationenkrieg nicht die Jungen vom Zaun brechen – weshalb sollten sie auch – sondern Menschen, die tatsächlich schon ein bisserl Lebenserfahrung haben sollten und Weitblick, macht betroffen. Weil sie morgen selbst zu denjenigen zählen, denen man eines der wichtigsten Rechte in einer Demokratie streitig machen will – das Wahlrecht.

Die alten Sündenböcke

Frech sind sie, die Alten. Wollen mehr Butter aufs Brot. Und auch noch gleich „SozialpartnerInnen“ werden.

Die Debatte darum ist unsäglich, weil sie unsäglich undifferenziert ist. Wer weiß schon, wozu es wann und weshalb Sozialpartnerschaft gibt.

Wer weiß schon, wie viele „Unsummen“ an Geld die Pensionserhöhungen tatsächlichen kosten würden, würden sie tatsächlich gewährt werden.

Wer weiß schon, dass ohne Pensionserhöhung eine wichtige wirtschaftliche Stütze im Land wegbricht?

Das Ausspielen von Kindergeld, Frauenlöhnen und ähnlichen Ungerechtigkeiten gegen Pensionsleistungen ist ein einfaches Spiel. Ein bisserl Dribbeln und schon ist der Ball im Netz. Übrig bleibt, dass alle übrig bleiben.

Der SeniorInnenrat (die Herren haben das I nicht erfunden) ist wichtig, bedarf aber intern dringend einer Erneuerung. Als anerkannte Sozialpartnerschaft müsste er übrigens auch in allem und jeden auch nach außen hin transparent agieren. Sprich: die Mittel gerecht verwalten und verteilen an alle.

Wir stehen für eine Pensionsanpassung, die wenigstens das Allerschlimmste abwendet.

gruene_boxhandschuhe

Z. B. indirekte Steuererhöhungen aus der Rückzahlungsschuld des Staates mittragen, Preiserhöhungen der freien Marktwirtschaft verkraften und und und. Und das nach Pensionshöhe gerecht gestaffelt. Übrigens: wer in Pension ist, braucht überraschenderweise für so manches mehr Geld als zuvor, nicht weniger.

Nicht für Luxus, Reisen in ferne Länder und die SeniorInnenresidenz. Sondern dafür, statt eines Arbeitsplatzes mit Heizung, Licht, Telefon, Infrastruktur bis zum Kugelschreiber und sozialen Kontakten die eigene Hütte in Eigenregie zu betreiben. Und wer locker von 850 oder 950 Euro im Monat (Durchschnittspension!!! in Österreich) in Saus und Braus leben kann, ist vermutlich AsketIn geworden. (Und das ohne Zuverdienstmöglichkeiten jedweder Art).

Last but not least:

Es geht nicht einfach nur ums eigene „Gerschtl“, wir kämpfen für die Existenzsicherung im Alter für die NÄCHSTEN Generationen. Sonst ist der Weg in die Altersarmut unausweichlich.

Ein Blick auf unsere Homepage lohnt sich immer: http://www.seniorinnen.gruene.at

Die Drachensaat zertrampeln

Unwahres wird nicht wahrer… auch wenn es xfach wiederholt wird. „Die PensionistInnen fressen den Jungen die Butter vom Brot.“

Leicht dahin gesagt, angeblich mit differenzierter Betrachtungsweise auf die Zahl derer, die auf die Butterseite gefallen sind (verdienter Weise!). Schön unterfüttert mit hohen Beamten- und Hacklerpensionen. Die Kritik klingt nach grenzenlosem Neid in harten Zeiten. Leicht gesagt, wenn niemand widerspricht und gerade rückt. Nicht die Jungen neiden den Alten die Pensionen. Seltsamerweise steht keine Jugendorganisation auf und schreit Zeter und Mordio. Es sind seltsamerweise die, die nicht mehr jung und armutsgefährdet sind. Es sind nicht die, die schon alt und armutsbetroffen sind. Wer ernennt sich hier für wen zum Messias? Wer spricht für die riesige Zahl jener, die tatsächlich mit unterdurchschnittlichen Pensionsleistungen leben? Wobei Frauen davon in noch weitaus größerem Maße betroffen sind?

Von 2.153.173 PensionsbezieherInnen erhalten Männer im Durchschnitt 1.233 Euro brutto, Frauen im Durchschnitt 738 Euro brutto (wohlgemerkt: brutto!).

Reicht das fürs Paradies auf Erden? Abzüglich Miete, Energie und Einkauf beim Diskonter? Wo kein Eiskasten kaputt werden, kein Zahn abbrechen darf, wo statt „kultureller Teilhabe“ das billigere TV-Kasperltheater droht? Wo Bildung zum Luxusartikel wird? Natürlich gibt es die wohlhabenden PensionistInnen. Seltsamerweise aber redet niemand über die Nichtwohlhabenden und damit über das mehr als große Ungleichgewicht. Da kann die Armutskonferenz sich den Mund fusselig reden. Es gibt Tage, da macht es müde und Mühe, die immer gleichen Tiraden und Unterstellungen, Verallgemeinerungen und das Schüren von Vorurteilen zu lesen.

Die Drachensaat zertrampeln!

Aber es gibt Tage, an denen das Maß voll ist. Die Drachensaat für Neid und Missgunst zwischen den Generationen ist gesät, die Journaille gießt fleißig und freut sich über das Wachstum. Sie sollte wenigstens das Honorar für ihre Giftspritze zu spenden. Sie wird – in ihrer Generation – die Früchte ernten und ausbaden müssen, was sie angerichtet hat. Pensionsminderungen, existenzbedrohende Lebensverhältnisse und nix im Börsel, um einen netten Ruhestand zu genießen. Ach ja, die Enkerln, die daran keine Schuld tragen, werden dann hoffentlich DIESE Großeltern dafür zur Verantwortung ziehen, weil sie es verdient haben. Hetze bringt Hetze. Wir bringen die nackten Tatsachen ins Gerede, auch wenn wir wie David gegen Goliath kämpfen.