Posts Tagged ‘Frauen’

Der Teufel steckt im Detail

Das Pensionsalter der Frauen anzuheben, um zu verhindern, dass ihnen dadurch „die besten Jahre“ zur Pensionsberechnung fehlen, ist eine gewagte Aussage von Seiten der ÖVP.
Die überwiegende Zahl von Frauen verdient zu keinem Zeitpunkt ihrer Erwerbstätigkeit gleich viel wie Männer. Die „besten Jahre“ sind zu mager, um tatsächlich eine Pensionsleistung zu sichern, die den Namen Lebensqualität im Alter verdient. Zuerst müssen Einkommensungerechtigkeiten beseitigt werden, dann erst ist eine Diskussion über das Antrittsalter gerechtfertigt. Der Vergleich der derzeitigen Pensionshöhe bei Männern und Frauen spricht Bände!

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EQUAL PAY DAY – weil Frauen im Alter nicht verarmen dürfen!

Heute sind viele alte Frauen von Altersarmut betroffen – viele beziehen weniger als 850 € Pension pro Monat. Ihre Lebenskarrieren servieren ihnen so die Rechnung für jahrzehntelange private und berufliche Arbeit.

Der EQUAL PAY DAY, gewidmet den heute im Arbeitsleben stehenden Frauen ist ein Aufschrei gegen ungerechte Verteilung! Wir älteren Frauen stehen dafür ein, dass es den folgenden Generationen nicht nur besser geht, sondern dass für gleiche Arbeit gleicher Lohn bezahlt wird! Frauen sind keine „gütigen Engel, die aus Nächstenliebe diese Gesellschaft unterstützen“. Sie müssen davor bewahrt werden, im Alter arm zu werden!

Starke alte Frauen braucht das Land

Der Frauenanteil in der Generation 60+ ist – wie nicht anders zu erwarten – größer als der der Männer. Wie Frauen älter werden, ist ein anderes Kapitel.

Dass sie älter werden und dass sie aufhören, sich artig in die schweigende Masse der undefinierten Grauen einzufügen, läßt vielen Männern die wenigen Haare zu Berge stehen.  Kleine und kleinere Pensionen sind die Folge eines mühsamen Frauenlebens. Wenn endlich alles besorgt ist, droht ein Leben im Alter, das die vielzitierte „Würde“ (was ist das eigentlich???) vermissen läßt.

Wir wollen keine Würde, wir wollen gleiches Recht – besser noch, ein echtes Recht für Frauen.

Als grüne Seniorinnen stehen wir für eine Quotenregelung in den SeniorInnengremien, im Seniorenrat, der kein „I“ kennt und in dessen Präsidium ausschließlich Männer sitzen. Als grüne SeniorInnen stehen wir gemeinsam mit Frauen aller Generationen auf und gehen auf die Straße. Weil 100 Jahre Kampf nicht genug sind…

Alter ist nichts für Feiglinge und Frauen sind tapfer, auch im Alter.

Die Macht der alten Männer

Die letzte Pressestunde am 13. 2. 2011 hat die „Herrschaftsverhältnisse“ der Senioren deutlich auf den Tisch gebracht.

Zwei alte Männer, jahrzehntelang als Funktionäre ihrer Partei bekannt, haben sich zum Thema Seniorenpolitik geäußert – denen ihr Weltbild zugrunde liegt. Familie und Tradition auf der ÖVP-Seite und ein traditionelles Weltbild einer in die Jahre gekommenen SPÖ.

Sag mir wo die Frauen sind – wo sind sie geblieben?

Dass Frauen zumindest durch die Verwendung des großen „I“ im Titel vorkommen könnten noch, dass es überhaupt Seniorinnen und Senioren heißt, scheint trotz jahrezehntelangem Kampf um Gleichberechtigung und Emanzipation an dieser – und anderen SeniorInnenorganisationsformen – vorbeigegangen zu sein. Und das, obwohl der Anteil der Frauen in dieser Altersgruppe höher ist als jener der Männer.

Grüne SeniorInnen, gibts denn die?

Im Österreichischen Seniorenrat (ohne I), der immerhin 2 Millionen Seniorinnen und Senioren in Österreich vertritt, sind die Grünen Seniorinnen und Senioren nicht mit Sitz und Stimme vertreten. Als „ExpertInnen“, die damit zu den Randfiguren zählen. Die Gründe sind „formale Gründe“ und über die fährt die berühmte Eisenbahn. Jahrelange Bemühungen der Grünen SeniorInnen haben keinen Erfolg gehabt. Und das, obwohl in einem Gremium wie diesem zu Recht alle im Parlament vertretenen Parteien sitzen müßten. Aber: „tut leid, da kann man leider nix machen…“

Wir fordern und hören damit nicht auf:

Eine Frauenquote im Seniorenrat: weil Männer dort nicht ihre Suppe kochen sollen, während sie daheim ihre Frau an den Herd schicken.

Gemeinsame Verhandlungen über die Aufnahme aller im Parlament vertretenen Parteien in ein so wichtiges Gremium wie den Seniorenrat sowie ein aussagekräftiges „I“ im Namen.

Umverteilung ist schmerzhaft

Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes verbietet, dass Frauen ab Sechzig für Fahrten mit Öffis automatisch ein Pensionsrabatt gewährt wird.

Die Argumente, weshalb Frauen früher in Pension gehen „dürfen“, gehört  in diese Debatte ebenso wie diese Entscheidung. Es geht um vieles:  für die Rechte von Frauen, für Gleichberechtigung für Mann und Frau, für die vielfältige Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt (ein ganzes Berufsleben lang), für die Last, die sie nachberuflich weitertragen für Pflege, Betreuung und und und…und zugleich um neue gesellschaftliche Denkmodelle.

Was aber bleibt und kein Widerspruch ist: die Umverteilung fragt nicht nach dem Geschlecht, sie stellt die Frage nach Arm und Reich und die Frage nach Verteilung von oben nach unten.

Eine gerechte Umverteilung verlangt, dass höhere Einkommen stärker herangezogen werden, um niedrigere Einkommen und niedrigste Einkommen zu entlasten. Ohne Ansehen des Alters und des Geschlechtes. Die Kritik an diesem Ansatz werden wir als Grüne gemeinsam tragen müssen und tragen. Weil diese Argumente grüne Argumente sind.