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Die Drachensaat zertrampeln

Unwahres wird nicht wahrer… auch wenn es xfach wiederholt wird. „Die PensionistInnen fressen den Jungen die Butter vom Brot.“

Leicht dahin gesagt, angeblich mit differenzierter Betrachtungsweise auf die Zahl derer, die auf die Butterseite gefallen sind (verdienter Weise!). Schön unterfüttert mit hohen Beamten- und Hacklerpensionen. Die Kritik klingt nach grenzenlosem Neid in harten Zeiten. Leicht gesagt, wenn niemand widerspricht und gerade rückt. Nicht die Jungen neiden den Alten die Pensionen. Seltsamerweise steht keine Jugendorganisation auf und schreit Zeter und Mordio. Es sind seltsamerweise die, die nicht mehr jung und armutsgefährdet sind. Es sind nicht die, die schon alt und armutsbetroffen sind. Wer ernennt sich hier für wen zum Messias? Wer spricht für die riesige Zahl jener, die tatsächlich mit unterdurchschnittlichen Pensionsleistungen leben? Wobei Frauen davon in noch weitaus größerem Maße betroffen sind?

Von 2.153.173 PensionsbezieherInnen erhalten Männer im Durchschnitt 1.233 Euro brutto, Frauen im Durchschnitt 738 Euro brutto (wohlgemerkt: brutto!).

Reicht das fürs Paradies auf Erden? Abzüglich Miete, Energie und Einkauf beim Diskonter? Wo kein Eiskasten kaputt werden, kein Zahn abbrechen darf, wo statt „kultureller Teilhabe“ das billigere TV-Kasperltheater droht? Wo Bildung zum Luxusartikel wird? Natürlich gibt es die wohlhabenden PensionistInnen. Seltsamerweise aber redet niemand über die Nichtwohlhabenden und damit über das mehr als große Ungleichgewicht. Da kann die Armutskonferenz sich den Mund fusselig reden. Es gibt Tage, da macht es müde und Mühe, die immer gleichen Tiraden und Unterstellungen, Verallgemeinerungen und das Schüren von Vorurteilen zu lesen.

Die Drachensaat zertrampeln!

Aber es gibt Tage, an denen das Maß voll ist. Die Drachensaat für Neid und Missgunst zwischen den Generationen ist gesät, die Journaille gießt fleißig und freut sich über das Wachstum. Sie sollte wenigstens das Honorar für ihre Giftspritze zu spenden. Sie wird – in ihrer Generation – die Früchte ernten und ausbaden müssen, was sie angerichtet hat. Pensionsminderungen, existenzbedrohende Lebensverhältnisse und nix im Börsel, um einen netten Ruhestand zu genießen. Ach ja, die Enkerln, die daran keine Schuld tragen, werden dann hoffentlich DIESE Großeltern dafür zur Verantwortung ziehen, weil sie es verdient haben. Hetze bringt Hetze. Wir bringen die nackten Tatsachen ins Gerede, auch wenn wir wie David gegen Goliath kämpfen.

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