Posts Tagged ‘Grips im Kopf’

Lernen statt Hinnehmen

Nicht immer können Weblogs kurz und prägnant sein. Manchmal braucht es einfach ein paar Minuten mehr an Aufmerksamkeit. So wie bei diesem Bericht über Bildungsforschung, Autonomie und Ethik zum Thema Alter.

Der Verein der Wiener Hauskrankenpflege – Soziale Netzwerke – setzt gemeinsam mit dem Wiener Volksliedwerk mit seinen Bildungsveranstaltungen wichtige Akzente in der Entwicklung eines neuen Alter(n)bildes.Die vierte Veranstaltung dieser Reihe am 9. 9. 09 gibt der Sicht der Forschung dazu einen wichtigen Platz.

Autonome Lebensführung

Bildungswissenschaftlerin Mag. Barbara Pichler stellt Theorien der Begriffe aus der Alterswissenschaft auf das Podium. Autonomie versus Abhängigkeit, ist Autonomie eine Illusion? Autonomie des Alters als Leitkategorie der Bildungs- und Sozialpolitik, eine große Palette der Begriffe, Thesen und Antithesen zeigen das neue Bild des Alterns in dieser wissenschaftlichen Disziplin.

Müssen, Können oder Wollen von Autonomie im Alter

Fazit: könnte es sein, dass die Forderung nach Autonomie der Alten in neoliberalen politischen Denkmustern nicht auch eine Abgabe politischer Verantwortung sein? Ein spannender, diskutierbarer Ansatz.

Alter, Arbeit, Ruhestand

Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Mag. Dr. Hermann Zeitlhofer

Erwerbstätigkeit älterer Menschen – Quo Vadis?

Die Sorge, ob das staatliche Pensionssystem die „Alterslast“ tragen kann, steht im Raum. Neu ist sie nicht.

Seit 1880 steigen immer mehr Menschen in den Industrienationen immer früher aus dem Erwerbsleben aus. Neue Definitionen wie sie in der Statistik Austria aufscheinen, verändern das Bild. Erwerbstätigkeit wird nicht mehr über eine Beschäftigung von bis dahin üblichem Zeitausmaß definiert. Auch eine oder zwei Stunden Erwerbstätigkeit pro Tag werden in die Kategorie Erwerbstätigkeit gezählt.

2006 findet sich bereits ein starker Rückgang der Erwerbstätigkeit ab dem 50. bis ca. 54 Lebensjahres.

Ursachen dafür sind Pensionssysteme, der Arbeitsmarkt und der Wunsch der Betroffenen selbst nach vielen Jahren der Erwerbsarbeit.

Push-Faktoren sind die häufige Diskriminierung am Arbeitsplatz

Pull-Faktoren sind die Attraktivität des Ruhestandes

Verehrungswürdige Weise? Alte Narren?

Mag. Dr. Anja Weiberg zum Thema Ethik

Den Zitaten Simone Beauvoirs aus ihrem Wer „Das Alter“ nachzugehen, zeigt, wie dringend notwendig es ist, das Bild des Alter(n)s nicht nur zu diskutieren, sondern grundsätzlich in Frage zu stellen. Ethische Ansätze müssen sich mit unethischen Ansätzen auseinander setzen. Diskriminierungen, Ablehnung des Alters und alter Menschen dürfen nicht als „gesellschaftsfähiges Bagatelldelikt“ hingenommen werden. Forderungen wie diese sind wichtige Ansätze, um eine neue Ethik des Alter(n)s zu schaffen:

„Der Sinn, den die Menschen ihrer Existenz geben, ihr globales Wertesystem: das ist es, was Sinn und Wert des Alters bestimmt. Umgekehrt: durch die Art, wie sich eine Gesellschaft gegenüber ihren Alten verhält, enthüllt sie unmissverständlich die Wahrheit – oft sorgsam verschleiert – über ihre Grundsätze und Ziele“. (aus: Das Alter, S. Beauvoir, Rowohlt 2004, S. 110)

Advertisements